Samui? Samui! Notizen über mein Leben als
Auswanderer auf Koh Samui, Thailand

Learning to fly

Stellen wir uns diese Seite als Comic vor:

Bild 1: Konzentriert arbeitender Patrick arbeitet konzentriert arbeitend vor sich hin. Im Hintergrund ein Fenster, Palmen, grün.

Bild 2: Orange gefärbte mit 14 Zacken versehene Sprechblase “PLOMMK”

Bild 3: Nicht mehr konzentriert arbeitender Patrick schaut verwirrt zum Fenster an dem viele kleine Federn langsam und gemütlich der Erde entgegen säuseln.

Was war geschehen? Ein Vogel (Art unbekannt) hat das Fenster getroffen. Fliegen ist also doch nicht so einfach wie ich mir das vorgestellt habe.

Allem Anschein nach wollte der Vogel sich selbst treffen. Hat er dann auch, nur dass er selbst eine Spiegelung in der verspiegelten Fensterscheibe war. Kann man ja den tropischen Vögeln auch nicht zumuten sowas.

Inselrundfahrt

So. Am Wochenende hatte ich mich dann nun zur versprochenen Inselrundfahrt aufgeschwungen. Ich bin gleich 9 Uhr losgedüst, weil ich nicht unbedingt die ganze Zeit in der grö?ten Hitze fahren wollte. Das war eine gute Entscheidung. Es gab wenig Verkehr und man konnte öfter mal stehen bleiben um Bilder wie das folgende zu schie?en.

Im Süden der Insel sind mehr die ländlichen Gebiete, die weniger auf Touristenunterkünfte ausgerichtet sind. Viele Attraktionen haben sie schon (Wasserfälle, Elephanten- und Schlangenshows usw.) aber weniger Unterkünfte und dicht besiedelte Gegenden.

Dafür ist Koh Samui das Safe-Food-District Nummer 1 Thailands. Auch gut zu wissen. Gestern abend war ich knapp davor, einem der Stra?enhändler solche lecker riechenden verkrustet gebratenen komischen Etwasse abzukaufen. Aber noch war die Vorsicht grö?er.

Wenn man ganz genau sucht, findet man auch die Kalenderfotoplätze. Muss nur noch eine bessere Kamera her.

Und wie man im folgenden Bild von der Welle verwaschen nur noch schemenhaft erkennen kann – ja, ich habe meine Fü?e ins Chinesische Meer getaucht. Mission accomplished.

Jedenfalls sind es 87 Kilometer, wenn man die “Ringstra?e” fährt und alle halbwegs ausgebauten Stra?en dazunimmt, die ein wenig weiter um die Ringstraße gehen. Verfährt man sich dann und wann noch ein wenig, kann man viel Spa? haben und einen gut verbrachten Tag erleben.

Klimaanlage

Dem Thai wird ja allgemein nachgesagt, er habe ein krankes Verhätnis zu allerlei kühlenden Geräten. Ich wurde im Vorfeld vorgewarnt, dass die Klimaanlagen eiskalt gestellt sind und man sich schnell eine Erkältung holen könne.

Soso…

Gemerkt habe ich davon noch nicht viel. Natürlich sind die Klimaanlagen schän kühl, aber wenn man aus der 35°C Sonne in den 7eleven reingeht ist das angenehm, nicht störend.

Störend ist, dass am Wochenende im Büro die Klimaanlage nicht angeschaltet ist. Dann wirds doch ein bisschen wärmer. Aber ich werde eh nur zum Mail abholen und Telefonieren den kühlenden Schatten des Dschungels verlassen.

Was aber wirklich verrückt in Hinsicht auf Kühlung ist: Die Kühlschränke. Holt man da eine Flache raus, ist die in kurzer Zeit so nass, dass man gar nicht anders kann, also überall Untersetzer unterzustellen. Und von Sprite gibts sogar eine Sorte namens “Sprite Iced” die gekühlt so schmeckt, als habe man Eiswürfel im Mund. Warm schmeckt das dann nur noch nach Zuckersirup.

Bürobeschau

Mein derzeit eher behelfsmä?ig eingerichtetes Büro mit Ausblick. Die Fenster sind getönt. Zum Glück. Derzeit sitzen wir im “kleinen” Büro (5×5m) zu dritt. Die Programmierer bekommen dann aber ein grö?eres Büro, sobald da Fu?bodenbelag liegt.

Den Fu?bodenbelag brauchen wir übrigens nicht, weil es kalt wäre sondern wegen der Klimaanlage. So. Nicht kalt? Klimaanlage? Klar. Das Teil macht so einen Krach dass eine Kommunikation über Stimme kaum möglich ist. Es hallt. Ich denke mal, dass das besser wird, wenn ein paar Tische, Schränke und sonstige Schallschlucker da drinnen stehen. Mal sehen.

Hausbeschau

Willkommen bei der Hausbeschau! Wollen wir doch mal sehen, wie man hier leben kann:

Das Haus im Big Trees Village. Eigentlich sind es mehrere Häuser, die alle gleich gebaut sind. Nett, oder? Die Veranda lädt direkt zu einem Bastliegestuhl ein. Wenn ich länger in diesem Haus bleibe, wird es so sein. Die Häuser liegen ein wenig im Inneren der Insel, mitten im Dschungel. Aber gut (per Moped) an die Stadt angebunden. 5km bis auf Arbeit (sehr praktisch, wenn das Moped mal ausfällt).

Der Wohnraum. Die meisten Häuser in Thailand sind so gebaut, dass es einen gro?en Wohnraum gibt, in dem Spüle, Kühlschrank, Couch und Tisch stehen und …

…einem Schlafraum mit Schrank. Das ist schon ganz angenehm so.

Im Wohnzimmer um die Ecke ist das Bad, in das ungefähr ein Mensch passt, weshalb auch alles auf die Raummitte ausgerichtet ist. Nach dem Duschen kann man es erstmal ein paar Stunden lang nicht nutzen. Au?erdem fehlt mir hier ein Wasserkocher oder irgendwas anderes, um Wärme auf Nahrungsmittel zu übertragen. Rausstellen geht nicht, kommen die Fliegen ;)

Ich glaube aber nicht, dass ich hier bleiben werde. Ich hab da so ein Holz-Thaihaus gesehen… das hat mich gleich beim ersten Mal sehr sehr angesprochen. Und ich vertraue immer meinem ersten Eindruck. Nagut. Ich vertraue nicht immer meinem ersten Eindruch, aber mit sehr guten ersten Eindrücken habe ich gute Erfahrungen gemacht. Jedenfalls entfleuchte mir ein “Geil” beim Anblick “meines Thaistylehauses”. Wir werden sehen, was sich ergibt.

Das sind unsere Hunde. Familie Simpson. Ich habe schon insgesamt 6 verschiedene Hunde gesehen. Zwar sehen Hunde hier alle gleich aus, aber das liegt wohl an der grö?tenteils inzestösen Art in der sie ihre Rasse erhalten. Homer (ein gro?er brauner Hund, der sich abends immer auf meine Verandastufen legt und seine Pfoten auf meinen Schuhen baumeln lässt) sieht ein bisschen weiblich aus. Das typisch thailändisch. Viele Sex-Touristen packen sich süsse Thaimädchen aufs Moped nur um dann später festzustellen, dass sie einen Mann eingeladen haben. Selber schuld ;)

Der Baustil mit den Stelzen ist übrigens allgemein üblich. Angeblich soll das dem Schutz vor Schlangen dienen, wobei ich noch am ?berlegen bin, was Schlangen denn vom ?berwinden der Stufen abhalten soll. Naja.

EasyRider – oder Rechtshänder und Rechtskurven

So. Ich hatte bereits erwähnt, dass ich bestimmte Tätigkeiten auf spätere Lebensabschnitte zu legen pflege um nicht zugeben zu müssen, dass ich ?nderungen und neue Verhältnisse hasse. Aber man muss sich seinen Dämonen stellen, damit sie sich als die Würmer erweisen, die sie sind.

Heute haben wir Mopedfahren. Ich hatte bereits letzte Woche in verschiedenen SMSen und Chats erwähnt, dass Mopedfahren ein überaus befriedigender Zeitvertreib ist, wenn er auf einer thailändischen Insel erfolgt. Ich bin noch nie Moped gefahren. Dann kam ich hier her und durfte recht bald feststellen, dass man ohne eigenen angetriebenen Fahruntersatz aufgeschmissen ist. Es gibt zwar Taxis in Massen, aber auf Dauer kann das ja keine Lösung sein.

Jedenfalls kam es so, dass ich mich Montagabend auf einem Automatik-Moped der Marke Yamaha wiederfand und folgender Dialog (die Erinnerung verstärkt einiges sicherlich, aber im Gro?en und Ganzen war es so) sich entspann:

Thai: Ah, sit down.
Ich: Ok (man muss sich das so vorstellen: oh (leicht panisch angefärbt nach oben hin steigend) kähie (hoch))
Thai: (dreht den Schlüssel, fasst die linke Bremse und drückt rechts auf einen Starterknopf) you start
Ich: Ok
Thai: (drückt links auf einen Kippschalter) you mark left
Ich: Ok
Thai: (drückt den Kippschalter wieder) you mark right
Ich: Ok
Thai: (drückt schon wieder denselben Knopf) you set it back
Ich: Ok (fange an, rumzudrücken, der Blinker geht nicht mehr aus) ?hm…
Thai: (drückt den Knopf) you must…
Ich: ?hm
Thai: … klick back
Ich: Soso. (irgendwie krieg ich den Blinker aus) Ok.
(in meinem Hirn beginnt eine Zweitunterhaltung)
?ber-Ich: Lass das. Das kriegst du schon später mit. Hauptsache nicht runterfallen.
Ich: Ah, Ok.
Thai: (klickt schon wieder links rum) The light. (schiebt einen Schalter hoch) On. (schiebt den Schalter runter) Off. (schiebt den Schalter hoch) On. (schiebt den Schalter runter) Off.
Ich: (nicke verständig) Ah, Ok.
?ber-Ich: Super. Nun bist du als Blödmann abgestempelt.
Thai: More Light? (klickt den letzten Schalter links) Less Light! (klickt den Schalter wieder zurück)
Ich: Oh. Yeah, I understand (schalte ein bisschen rum)
?ber-Ich: Jetzt keine Experimente. Ok reicht doch völlig aus.
Thai: Brackets! (drückt die Bremse links) Left bracket. (und rechts) Right bracket. You better press left bracket, right bracket not work fast.
Ich: Oh, Ok.
?ber-Ich: Ich will heim.
Thai: Speed (zeigt auf den rechten Griff)
Ich: Ok.
Thai: Ah. Important. Horn. (findet links noch einen Knopf und ein quäkend nerviger Ton ertönt).
Ich: Ok.
Thai: Ok. Test it! (zeigt auf den Platz vor dem Verleih, aus dem Hintergrund ertönen die ermutigenden Rufe meiner Kollegen, mal zu testen)

Patrick dreht den Gashahn, lenkt entspannt in den ruhigen Thaiverkehr und fährt dem Sonnenuntergang entgegen.

Na gut. Ganz so einfach war es nicht, aber nach ca. 3 Minuten Rumfahrens auf der Teststrecke, einigen Beinahekollisionen mit in der Gegend sich ausruhenden Palmen, dem Feintuning meiner Bremsbemühungen und dem Finden meines Schwerpunktes fädelte ich mich dann hinter den anderen in den Linksverkehr ein und fuhr. So einen hohen Adrenalinaussto? hatte ich nicht mal beim Fliegen gehabt. Grundsätzlich kann ich sagen: Mopedfahren ist Geil!

Der thailändische Verkehr ist noch viel geiler! Erstens fährt man links. Mit dem Auto hätte ich da so meine Probleme. Da das Mopedfahren eine neu erlernte Fähigkeit darstellt, macht das kein Problem. Die Mopeds hupen ständig. Ob nun im Umkres von 20 Metern ein Thaimädchen ist, ein Hund, ein anderes Moped oder gar ein Auto, dass sich in den Verkehr einfädeln will: Hupen! Man will ein Moped überholen? Hupen! Man fährt an einer Ansammlung bunter hängender Etwasse vorbei (dazu später mehr)? Hupen! Man will dem Kollegen klarmachen, dass er wieder vergessen hat, den Blinker auszuschalten? Hupen!

Und so brettere ich nun auf einem Moped durch die Gegend. Das ist ein seltsamer Anblick. Aber ich muss mich ja nicht sehen (nur wenn ich vor verspiegelten Scheiben stehe). ?brigens fallen mir als Rechtshänder Rechtskurven etwas schwerer als Linkskurven, was meiner Theorie nach daran liegt, dass in Linkskurven die Linie zwischen meinem Schwerpunkt und der führenden Hand geradeaus zeigt und bei Rechtskurven eben nach unten. Naja. Und ja: Ich trage immer brav meinen Helm! Wie auch immer. Fliegen hatte ich. Leben und Arbeiten im nichtdeutschsprachigen fremdkontinentären Ausland hatte ich. Mopedfahren hatte ich. Lasst uns gleich mal weiter machen. Wie wäre es denn mit Kindern? Oder Bungeejumpen? Oder Saxophon spielen lernen? Die Möglichkeiten sind vielfältig ;)

Traumlos?

Interessanterweise habe ich heute nacht das erste Mal in Thailand geträumt bzw. für mich selbst merkbar geträumt. Wahrscheinlich gibt/gab es noch zu viel zu verarbeiten, so dass das System blockierte. War interessant. Es ging um ein Vegetarier-Theaterstück in Zinnowitz, Schnute war in Lübeck und ich hab mal wieder den Ausgang nicht gefunden. Klingt eigentlich normal für meine Träume, wenn man au?er Acht lässt, dass keine thailändischen Komponenten vorkommen.

Lasst es uns auswerten ;) Mir fehlen Klopse! Aber ich glaube nicht, dass ich hier welche essen würde. Ich hab schon Hunde mit nur drei Beinen gesehen. Und Schnute könnte ruhig hier sein.

Der Herr der Hütte

So. Hab vorhin eine Hütte gemietet. Dummerweise hat die keine Klimaanlage, so dass es recht warm werden könnte. Aber das macht nichts, so wird das ganze Erlebnis authentischer ;)

Ich muss das Design hier im Blog mal noch photofreundlicher machen, dann gibts Derartiges in Massen. ?berhaupt ist meine Postingfrequenz noch etwas niedrig für all das, was ich zu erzählen habe. Tja, wie das so ist. Erst wirds im Kopf verarbeitet, dann im Web. Ich bin immer der Erste ;)

Hab gehört, es regnet recht viel in Norddeutschland? Hüstel. Hmmm. Ich glaube, hier beginnt gerade eine etwas (grins) wärmere (grins) Periode. man sollte von 10 Uhr bis 18 Uhr das kühlende Büro nicht verlassen (einziger Nachteil im Büro: die Klimaanlage. Das Ding ist so laut wie als ob man im Flugzeug sitzt – Kommunikation über Audio-Signale ist nahezu unmöglich oder von Missverständnissen geprägt). Aber auch das wird sich alles noch ändern. Sobald im gro?en Programmierspielzimmer der Fu?bodenbelag liegt, ziehen wir rüber.

So. Jetzt noch ein bisschen arbeiten, dann ist Wochenende. Und was macht man, wenn man aus dem Büro geht und plötzlich mitten in Südostasien auf ner Insel steckt? Ne Inselrundfahrt. Wird bestimmt lustig.

Authentisches Leben in einer Touristengegend

Ich dachte immer, es wäre nahezu unmöglich einen relativ authentischen Eindruck vom Leben zu bekommen, wenn man in einer Touristengegend lebt und arbeitet, weil (speziell in meinem Fall) die Thais immer bemüht sind, “echtes thailändisches Lebensgefühl” zu vermitteln und die Touristen einfach überall sind. Wenn man aber morgens 8 Uhr mit dem Moped durch Lamai brettert, schlafen die Touris noch. Macht Spaß. Und man sieht jeden Tag was Neues.