Blogdepression: Wenn selbst das Paradies nichts mehr zu erzählen hat
Es gibt Menschen, die behaupten, auf Koh Samui müsse man nur vor die Tür gehen, um etwas zu erleben. Traumstrände, tropische Stürme, Schlangen im Badezimmer, Touristen auf Motorrollern und gelegentlich ein Tierartenvertreter, der eine stark befahrene Straße mit mehr Übersicht überquert als die meisten Verkehrsteilnehmer.
Material für einen Eintrag sollte also ausreichend vorhanden sein.
Trotzdem ist hier (auf samui-samui.de) über Jahre kaum etwas passiert.
Das lag nicht daran, dass auf Samui nichts los war. Es lag auch nicht daran, dass ich die Insel verlassen hätte. Im Gegenteil: Während der Blog langsam Staub ansetzte, fand das Leben weiterhin statt. Nur der Teil, in dem ich mich hinsetze und etwas darüber schreibe, fiel irgendwann aus.
Man könnte das Blogging Fatigue nennen. Blogmüdigkeit klingt etwas zu harmlos. Blogdepression klingt dramatischer und ist deshalb für eine Überschrift besser geeignet. Gemeint ist natürlich keine medizinische Diagnose, sondern dieser eigenartige Zustand, in dem man eigentlich schreiben möchte, aber gleichzeitig sehr überzeugende Gründe findet, es nicht zu tun.